Weinschmecker

Die letzten beiden Tage standen im Zeichen einer deutsch-französischen Weinprobe. Letztere hat im ganz privaten Kreis stattgefunden. Ich war zu Besuch bei sehr lieben Freunden, mit denen mich neben vielen anderen schönen Dingen, die Freude am Genuss und damit auch am Wein verbindet. Wir haben Vielles Vignes 2009 und 2010 vertikal verkostet und sozusagen als ‘Apéro’ gab es den erst jüngst abgefüllten 2011er Chardonnay der Domaine de la Jasse. Alle drei Weine haben überzeugt! Die beiden Roten sind wunderschön ausgewogen, kraftvoll, fruchtig-würzig. Keine Überraschung, aber jedes Mal wieder schön. Der 2010er Jahrgang ist seinem großen, vielfach ausgezeichneten Vorgänger dicht auf den Fersen – braucht nur ein bisschen länger an der ‚frischen Luft‘ bis er seinen wahren Charakter zeigt. Beide Jahrgänge lassen sich ausgezeichnet solo genießen; ich weiß aber auch um ihre Stärken als charmante Begleiter zu einem schönen Essen. Der Chardonnay bestach mit einer sehr frischen Art, die sich wunderbar um eine fruchtige Note rankt. Keine Spur von Schwüle, die man oft bei Chardonnays aus südlichen Regionen findet, vielmehr zeigte sich eine Eleganz die sonst von Burgunder-Weinen bekannt ist und ganz ohne Holznote auskommt, was mir besonders gut gefällt.

Weinschmecker, Ingolstadt

Bestens eingestimmt also, ging es am nächsten Abend zum deutschen Teil unseres Genuss-Wochenendes. Meine Freunde hatten mich zu einem Verkostungsabend in einer, wenn nicht der Ingolstädter Vinothek eingeladen. Ich war nicht zum ersten Mal Gast bei Jürgen Nüßler im Weinschmecker und freute mich schon auf das Wiedersehen mit ihm in seinem Geschäft, das eine äußerst gekonnte Symbiose aus Shop und Vinothek ist. Jürgen hatte sich für diesen Abend Verstärkung geholt und zwar den Winzer Jürgen Hofmann aus Rheinhessen. Jürgen & Jürgen legten auf, und wie! Herrlich leckere Köstlichkeiten, die ein gelungenes Konglomerat aus Pfälzer Vesper und italienischen Schmankerln bildeten. Und erst die Weine…

Jürgen Hofmann hatte fast alle seine Weine mitgebracht und das sind nicht wenige; der Abend versprach also lang zu werden. Es ist mir leider nicht möglich, hier alle Hochgenüsse ausreichend zu beschreiben. Ich möchte mich auf zwei Flaschengeister begrenzen und gleichzeitig jedem den Besuch von Jürgen Hofmanns Internetseite empfehlen, wo das gesamte Portfolio und vieles mehr ausführlich beschrieben ist. Noch besser ist natürlich ein Besuch in seiner Vinothek auf dem Weingut.

Mein erster Favorit: Fritz Müller, Perlwein.
Perlwein? Er ist viel mehr! Ehrlicher Trinkgenuss. Stuart Pigott, bekannter Weinjournalist aus Berlin urteilt: „Die deutsche Antwort auf den Prosecco. Prickelt wunderbar, ein Knüller für den Preis.“ Und in der Tat überzeugt der Fritz Müller mit einer frisch-fruchtigen Aromatik und einer sehr gelungenen Perlage, die – so Jürgen Hofmann – aus der Eigengärung gewonnen wird. Das Ergebnis ist so lecker, dass die Halbwertszeit einer einmal geöffneten Flasche den Abend nicht überdauern wird. Das garantiere ich.

Aus all seinen Weißweinen einen heraus zu picken, war wirklich schwer. Ich habe mich für seinen Grauburgunder entschieden, weil diese Traube mich seit letztem Sommer im deutschen Ausbau begeistert. Und ich gehöre nicht zu den Pinot Grigio und Pinot Gris Fans, die dieser Traube seit vielen Jahren huldigen. Jürgen beschreibt seinen Grauen Burgunder als cremig mit Aromen von Melone und Banane, der Biss hat, was er mit Zähnen auf dem Etikett versinnbildlicht. Die Bissigkeit kommt von den veganen Tönen, die der herrliche Wein anschlägt. Trifft die Traube, die in Deutschland auch unter der Bezeichnung Ruländer bekannt ist, wie bei Jürgen Hofmann auf Kalkböden (Muschelkalk), ist das eine ausgezeichnete Liaison, die durchaus das Zeug zu einer langen Beziehung hat. Zumindest mit mir.

Jürgen & Jürgen sei Dank für einen köstlichen und sehr unterhaltsamen Abend, der einmal mehr gezeigt hat, wie viel Schönes es noch zu entdecken und erst zu genießen gilt.

Ich hoffe, ich kann mit beiden einmal die Weine von Bruno verkosten. Bei Jürgen Nüßler wird das schwieriger; er hat es nicht so mit den Franzosen, aber Jürgen Hofmann hat sich als frankophil geoutet und eine Vorliebe für Bordeaux erwähnt. Da sollte es nicht schwer sein, ihn für die ‚südfranzösische Variante‘ zu überzeugen.

Cheers!
Gitta

Meet the winemaker!

Im Sommer wird es für alle Interessierten eine Begegnung mit Bruno und seinen Weinen geben! Ich konnte ihn überzeugen – das war nicht besonders schwer – nach Deutschland zu kommen und seine Weine persönlich vorzustellen. Wie oft hat man die Gelegenheit, die Menschen hinter dem Wein, den Weinmacher kennen zu lernen? Bruno in die Augen zu sehen, ihn zu erleben, wenn er von seinem Beruf, seiner Passion spricht, ist etwas ganz besonderes. Es ist die Antwort auf die Frage, warum er u.a. so viele internationale Auszeichnungen für seine Arbeit enthält, warum Menschen von New York bis Amsterdam jedes Jahr gebannt auf den neuen Jahrgang warten.
Es wird aber mehr als ein ‘wine tasting’ mit dem Meister sein; es wird in erster Linie Austausch sein, zwischen Freunden gepflegten Genusses. Mehr Infos gibt es hier!

Ich freue mich schon jetzt auf alle Anmeldungen und auf das Treffen mit euch.
Cheers!
Gitta

 

 

Prowein 2012

Einmal im Jahr trifft sich die Weinwelt auf der Prowein, der Leitmesse für Wein und Spirituosen. Alles was Rang und Namen hat kommt nach Düsseldorf: 3.630 Aussteller aus 46 Ländern, 39.034 internationale Fachbesucher, 939 internationale Journalisten. Geht es noch größer, höher, weiter? Zugegeben, ich weiß es nicht. Kaum vorstellbar, dass dies möglich ist. Wenn man die Hallen betritt, schlägt das Herz höher. Diese geballte Ansammlung von Weinen aus den Weinbaunationen der Welt, die viele, viele Arbeit, die dahinter steckt, das unendlich große Weinwissen und der unausgesprochene Wunsch der Aussteller, der förmlich zum Greifen ist, dass doch bitte ihr Wein den Weg zu vielen neuen begeisterten Weinfreunden findet, schwebt über allem. Und schon beim ersten Schritt erfasst einen die Panik, dass hier irgendwo ein Wein schlummert, der unentdeckt bleibt. Ein Geheimnis, dass zu neuen, noch nie da gewesenen Genusserlebnissen führt. Kann es das überhaupt geben? Überall wird geschwenkt, geschmeckt, geschluckt, gespuckt. Was wird wirklich gesucht? Was sind die Trends in diesem Jahr? Gibt es so etwas beim Wein? Die Fashion Week in Rot, Weiß, Rosé und Sparkling der Weinmacher? Ja, es gibt die Trends. Ungebrochen ist der weltweite Hype um deutschen Riesling. Beim Weißwein ganz klar die Nummer 1. Auch Exoten bekommen viel Aufmerksamkeit. Zum Beispiel Weine aus Indien, wo sogar 2 Mal pro Jahr geerntet werden kann, oder die voluminöse Weine vom sonnigen Terroir der Golan Höhen in Israel. Weiterhin sind Bio- und Ökoweine auf dem Vormarsch. Allein in Deutschland ist die Bio-Weinbaufläche seit 6 Jahren um 100% gestiegen. Der Anbau der Reben erfolgt ohne chemische Substanzen und ohne synthetische Stoffe. Anerkannte Biosiegel sind u.a. Bioland, ECOVIN und Demter. Gedüngt wird ganz ordinär mit Mist und Wildkräutern, die ganz besondere Stoffe in den Boden einbringen. Demeter geht sogar so weit, dass nach dem Mondkalender gearbeitet wird.
Auch ohne offizielles Biosiegel weiß Bruno um die Wichtigkeit des Mondkalenders und richtet sich danach. Sein Jahrgang 2009 besticht mit außerordentlicher Qualität und einzigartigem Geschmack. Zufall? Nein! 2009 war ein Jahr mit 13 Monden und er hat sich dieses seltene Ereignis zu nutzen gemacht. Und auch mit seinem Premiumanspruch liegt er voll im Trend. Denn auch hier sind auf der Prowein klare Zeichen gesetzt: Discounter vs. Premium. Mittelmaß ist out!? Für mich gilt weiterhin – erlaubt ist, was schmeckt! Es gibt viele Situation, in denen Wein getrunken wird. Und für jede gibt es den passenden Wein! Also Augen auf, oder besser Gaumen auf und offen bleiben für die große Vielfalt, die uns passionierte Weinmacher rund um den Globus offerieren.

Cheers!
Gitta

 

Das Objekt der Begierde…

So langsam nähern wir uns dem Kern des Ganzen. Den Weinen. Und zur Jahreszeit passend, machen die Roten den Auftakt! Bruno und seine Kollegin Grit waren so reizend, mir eine schöne Auswahl zur Verkostung zuzuschicken. Ich hatte Glück, es war gerade ein LKW in meine Richtung unterwegs. Jetzt schlummern die Flaschen in einer Ecke und warten darauf, einer kleinen exklusiven Gruppe (denn so viele Flaschen sind es nicht) den Mund wässrig zu machen. Wann und wo genau dieses Premiere Tasting stattfindet, weiß ich noch nicht; werde es aber selbstverständlich an dieser Stelle bekannt geben! Wer also Interesse hat, bitte jetzt schon mal hier vormerken. Und zum Appetit holen habe ich ein kurzes Porträt der beiden wichtigsten Rotweine erstellt, sozusagen der ganze Stolz der Domaine de la Jasse und der beiden Weinkünstler Bruno und Patrick.

Die Jury in Paris haben die Weine restlos begeistert, und sie hat dem Jahrgang 2009 die Goldmedaille verpasst…! Für Bruno keine Überraschung, denn bereits die reifen Trauben haben in ihren letzten Tagen unter freiem Himmel einen großen Jahrgang versprochen, wie dieses Video, dass wenige Tage vor der Ernte aufgenommen wurde zeigt.

Ein Franzose in New York!

Ein Amerikaner in Paris? Nein, heute geht es um einen Südfranzosen in New York! Genauer, um ‘unseren’ Franzosen, Bruno le Breton. Und es ist nicht die Stadt, die niemals schläft, die ihn über den großen Teich gelockt hat, sondern die Tatsache, dass in einer der faszinierendsten Metropolen der Welt, seine Weine ebenfalls geschätzt und geliebt werden. Die Park Avenue im Stadtteil Manhattan in New York City gehört zu den bekanntesten Straßen der Stadt und dort an der Ecke 59th Street befindet sich einer der ältesten und feinsten ‘liquor shops’ der Stadt, Sherry-Lehmann. Der Laden schaut auf eine langjährige Tradition zurück, die bereits 1934, also kurz nach der Prohibition begann. Die Liebe der Eigentümer gehörte früh dem Wein. Bereits zu einer Zeit, wo dieser noch nicht die Anerkennung und Wertschätzung heutiger Weinliebhaber kannte, sondern in der viel mehr ‘liquor and spirits’ durch die Genießerkehlen liefen. Und es war beinahe selbstredend, dass das Weinland Nr. 1, Frankreich, das Herz der damaligen Gründer höher schlagen ließ. Bis heute ist die Leidenschaft für die großen Gewächse aus Bordeaux, Burgund, der Champagne ungebrochen. Und so liegt es auf der Hand, dass eine Liaison zwischen den Bordeaux Freunden aus New York (die einen Großteil ihres Erfolges den jährlichen Bordeaux Subskriptionen zu verdanken haben) und Bruno le Breton entstand. Denn seine Weine tragen unverkennbar die Handschrift großer Bordeaux-Gewächse. Nicht zuletzt ein Verdienst der jahrelangen Zusammenarbeit der Domaine de la Jasse mit Patrick Léon, der zuvor über Jahrzehnte hinweg die Geschicke von Château Mouton Rothschild beeinflusst hat. In Amerika ist er zudem bekannt, da er – zusammen mit Timothy Mondavi – einen der berühmtesten Weine der Welt überhaupt, den Opus One, kreiert hat. Dass Bordeaux-Qualität mit dem feinen Geheimnis der Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc ausnahmslos aus dem Bordelais kommen muss, ist heute längst nicht mehr Gesetz. Den Beweis tritt Bruno mit seinen Weinen seit vielen Jahren an. Gold-Medaillen und zahlreiche Auszeichnungen zeugen von der hohen Qualität seiner Weine, die ausnahmslos auf der traditionellen Bordeaux-Cuvée basieren. Das Zusammenspiel von traditioneller Cuvée einerseits, gepaart mit modernsten Vinifizierungsmethoden und der Kraft der Sonne Südfrankreichs bringt einen Wein hervor, der zu Recht in der Alten und der Neuen Weinwelt ein hohes Ansehen genießt.

Wer also beim nächsten Trip in der ‘Neuen Welt’ Lust auf ein großartiges Weintasting der ‘Alten Welt’ verspürt, dem sei ein Besuch bei Sherry-Lehmann (505 Park Avenue, New York, NY, Vereinigte Staaten, Phone +1 212-838-7500 ‎) aufs Herzlichste empfohlen!

Cheers!
Gitta

January in the vineyards

Hi Bruno!
Thanks for the picture about your colleagues working in the vineyards. It remembers me a little bit of ‘Ghostbusters‘ working with their E-Cutters. Hope it’s only good ghost they are hunting ;-) . It shows the hard work – all hand made – that is needed to be well prepared for the time the next generation of grapes to grow and ripe. How many hectares are waiting for them? And how many hours will they need to get it all chopped and on form? Hope to hear from you soon! A bientôt!

Cheers from Tenerife!

I must admit, I’m unfaithful. No french wines these days. New years eve I started on Tenerife, Spain along with my dear friend Conny who is running a Hiking Club on this beautiful Island (www.wandern-teneriffa.com). It is self-evident that I need to stick my nose and off course my palate as well into local wines. There are a couple of very delicious and interesting drops – both red and white – coming from this volcanic island.  My red favourite this time is “El Lomo”, DOC from the region of Tacoronte Acentejo. The grave is a Listán Negro and it is hand-selected. During the wine making process the very careful handled and full (!)  grapes are for 3-6 days fermented on a very special so called “maceratión” method which is quite typical for the island where we know it normally from the Beaujolais wines. The result is a very fruity, spicy and fresh red wine that comes perfect with the local food or – lightly chilled – as a terrace wine during the beautiful sunset. If you ever will come to Teneriffe – don´t miss out – you find it in most of the bodegas and even in some of the good sorted supermarkets. Coming soon with more wine tipps – Cheers, Gitta

Merry X-MAS!

Dear all,

of course, we do not need any specific reason to enjoy a good glass of wine, but if so – X-MAS time might be one of the best. It is cold and dark outside, candles on the Christmas tree are burning, and we’re looking forward to a delicious menu together with family and friends around a big table. No better reason for a deep red, elegant, spicy, gentle red wine.  This year it will be a great pleasure to serve the Tête du Cuvée, 2008 from Domaine de la Jasse. The wine  I tasted while my last visit in December. I will have it along with a crispy roast from the oven with a dark and spicy sauce, and with German Knödels and red cabbage (rarefies with red wine of course ;-) ).

With these lines I wish you all a very delightful Christmas and heaps of peaceful and relaxing moments!

Cheers!
Gitta

Wine lovers

Dear Bruno and Patriz!
It has been a great time at Domaine de la Jasse the last days. Thank you very much for you fantastic hospitality, for all the delicious menus, for your patience to answer all my questions, for the fun we had, and the walk around your vineyards at the Domaine, the pasta party with the overall team and the XXL wine tasting with some of the top secrets out of your wine cellar! It will be hard to make a decision which is my personal favorite. One thing is pretty clear to me – you are really MAD ABOUT WINE! And this is of course a great passion to share with friends. Thank you very much to share this passion with me. Cheers! Gitta
To be continued…